Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmer in Ihrer Stadt hat gerade eine Kündigungsschutzklage am Hals. Früher hätte er „Anwalt Arbeitsrecht“ gegoogelt. Heute öffnet er ChatGPT und fragt: „Welchen Anwalt empfiehlst du mir?“ Die KI nennt drei Kanzleien. Ihre ist nicht dabei – und Sie erfahren es nie.
Genau dieses Szenario spielt sich täglich tausendfach ab. Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen nicht mehr einer Suchmaschine, sondern einem KI-Assistenten – und übernehmen dessen Empfehlungen oft ungeprüft. Für Kanzleien entsteht damit ein völlig neuer Sichtbarkeitskanal, den die meisten noch gar nicht auf dem Radar haben.
Die gute Nachricht: Ob Ihre Kanzlei in KI-Antworten auftaucht, können Sie selbst herausfinden. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen einen Selbsttest, der keine zehn Minuten dauert – und erklären, was Sie tun können, wenn das Ergebnis ernüchternd ausfällt.
Warum KI-Empfehlungen für Kanzleien so wichtig werden
Rechtsdienstleistungen sind Vertrauenssache. Wer einen Anwalt sucht, will keine zwanzig Websites vergleichen – er will eine verlässliche Empfehlung. Genau das liefern KI-Assistenten wie ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Claude oder Perplexity: Statt einer Trefferliste mit zehn blauen Links erhält der Nutzer eine fertige Antwort mit zwei, drei konkreten Namen.
Das verändert die Spielregeln fundamental. Bei Google konnten Sie auf Seite eins auf Position sieben stehen und wurden trotzdem gefunden. In einer KI-Antwort gibt es keine Position sieben. Entweder Sie werden genannt – oder Sie existieren für diesen Interessenten nicht.
Das Entscheidende: Anders als bei Google sehen Sie in keiner Statistik, wie oft eine KI Ihre Kanzlei empfohlen hat – oder eben nicht. Es gibt kein „KI-Analytics“. Der einzige Weg, Ihre Sichtbarkeit zu prüfen, ist: selbst fragen.
Der 10-Minuten-Selbsttest: 5 Prompts, die Klarheit schaffen
Für den Test brauchen Sie nur einen Browser. Öffnen Sie nacheinander ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Claude und Perplexity – alle fünf sind in der Basisversion kostenlos nutzbar. Stellen Sie in jedem System die folgenden fünf Fragen und ersetzen Sie dabei die Platzhalter durch Ihre Stadt, Ihr Rechtsgebiet und Ihren Kanzleinamen.
Ihre 5 Test-Prompts
Funktioniert mit den fünf verbreitetsten KI-Assistenten: ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Claude und Perplexity.
Prompt 1: „Empfiehl mir einen Rechtsanwalt für [Rechtsgebiet] in [Stadt].“
Prompt 2: „Welche Kanzlei in [Stadt] ist auf [Rechtsgebiet] spezialisiert?“
Prompt 3: „Ich habe [typisches Mandantenproblem, z. B. eine Kündigung erhalten] und wohne in [Stadt]. An wen kann ich mich wenden?“
Prompt 4: „Was sind die besten Anwälte für [Rechtsgebiet] in [Region]?“
Prompt 5: „Kennst du die Kanzlei [Ihr Kanzleiname] in [Stadt]? Was weißt du über sie?“
Die ersten vier Prompts simulieren echte Mandantenanfragen in unterschiedlichen Formulierungen – vom direkten Empfehlungswunsch bis zur Problemschilderung. Der fünfte Prompt prüft etwas anderes: Was die KI überhaupt über Ihre Kanzlei weiß. Gerade hier erleben viele Anwälte eine Überraschung, wenn die Antwort veraltete Adressen, falsche Tätigkeitsschwerpunkte oder schlicht Verwechslungen enthält.
Notieren Sie sich für jeden Prompt und jedes System kurz: Wurde Ihre Kanzlei genannt? Welche Wettbewerber wurden genannt? Waren die Angaben korrekt? Eine einfache Tabelle mit 15 Zeilen (5 Prompts × 3 Systeme) genügt völlig.
So lesen Sie Ihr Ergebnis: Die Sichtbarkeits-Ampel
Grün – sichtbar: Ihre Kanzlei wird in mindestens zwei der drei Systeme genannt, die Angaben zu Standort und Schwerpunkten stimmen. Glückwunsch – Sie gehören zur Minderheit. Jetzt geht es darum, diese Position abzusichern und auszubauen.
Gelb – teilweise sichtbar: Sie tauchen vereinzelt auf, aber mit lückenhaften oder falschen Informationen – oder nur beim direkten Namens-Prompt, nicht bei den Empfehlungsfragen. Die KI kennt Sie, empfiehlt Sie aber nicht. Das ist der häufigste Befund – und der mit dem größten kurzfristigen Hebel.
Rot – unsichtbar: Ihre Kanzlei wird nirgends genannt, während Wettbewerber regelmäßig empfohlen werden. Jeder Mandant, der über KI sucht, landet bei der Konkurrenz. Hier besteht Handlungsbedarf – aber keine Panik: Genau dafür gibt es eine klare Strategie.
Warum die meisten Kanzleien für KI unsichtbar sind
KI-Systeme erfinden ihre Empfehlungen nicht – sie speisen sich aus dem, was über Ihre Kanzlei im Netz auffindbar, verständlich und glaubwürdig ist. Fünf Ursachen sehen wir in der Praxis immer wieder:
1. Unklare Spezialisierung. Auf vielen Kanzlei-Websites steht „Wir beraten in allen Rechtsgebieten“. Eine KI kann daraus keine Empfehlung für Arbeitsrecht in Ihrer Stadt ableiten. Wer für alles steht, wird für nichts empfohlen.
2. Fehlende strukturierte Daten. Schema-Markup (etwa LegalService- und FAQ-Auszeichnungen) macht Ihre Website für Maschinen eindeutig lesbar: Wer Sie sind, wo Sie sitzen, was Sie können. Die meisten Kanzleiseiten haben davon – nichts.
3. Generischer Content. Austauschbare Texte ohne erkennbare Fachexpertise liefern der KI keinen Grund, ausgerechnet Sie zu zitieren. Fachbeiträge, die echte Mandantenfragen konkret beantworten, dagegen schon.
4. Schwaches Google-Unternehmensprofil. Unvollständige Profile und wenige Bewertungen senden schwache Vertrauenssignale – und Vertrauenssignale sind für KI-Empfehlungen zentral.
5. Keine Erwähnungen auf Drittquellen. KI-Systeme gewichten, was andere über Sie schreiben: Fachportale, Verzeichnisse, Presse. Eine Kanzlei, die nur auf der eigenen Website existiert, ist für KI-Systeme ein unbeschriebenes Blatt.
Drei Schritte, die Sie noch diese Woche umsetzen können
Schritt 1: Spezialisierung sichtbar machen. Benennen Sie auf der Startseite und der Über-uns-Seite klar, für welche Rechtsgebiete Sie stehen und an welchem Standort. „Fachanwalt für Arbeitsrecht in Rosenheim“ ist für Mensch und Maschine eindeutig – „Ihr kompetenter Partner in Rechtsfragen“ ist es nicht.
Schritt 2: Echte Mandantenfragen beantworten. Ergänzen Sie Ihre wichtigste Leistungsseite um einen FAQ-Bereich mit den fünf Fragen, die Mandanten Ihnen im Erstgespräch tatsächlich stellen – inklusive FAQ-Schema-Markup. Genau solche Frage-Antwort-Inhalte greifen KI-Systeme bevorzugt auf.
Schritt 3: Google-Unternehmensprofil vervollständigen. Vollständige Leistungsbeschreibungen, aktuelle Fotos, korrekte Kategorien – und ein systematischer Prozess, um zufriedene Mandanten um eine Bewertung zu bitten.
Vom Selbsttest zur Strategie: die professionelle GEO-Baseline
Der 10-Minuten-Test zeigt Ihnen eine Momentaufnahme – mehr nicht. KI-Antworten variieren je nach Formulierung, Tageszeit und System-Update. Eine belastbare Standortbestimmung braucht mehr: eine systematische Messung über 25 bis 30 realistische Mandanten-Prompts, in mehreren KI-Systemen, wiederholt und dokumentiert. Erst daraus wird sichtbar, wo Sie im Vergleich zum Wettbewerb wirklich stehen – und welche Maßnahmen die größte Wirkung entfalten.
Diese Disziplin nennt sich Generative Engine Optimization (GEO) – die konsequente Weiterentwicklung der Suchmaschinenoptimierung für das KI-Zeitalter. Für Kanzleien haben wir dafür ein eigenes Programm entwickelt, dessen Fundament genau diese GEO-Baseline ist.
Erste Adresse: RECHTSANWALT
Vom Schnelltest zur belastbaren GEO-Baseline – für Ihre Kanzlei.
Der Selbsttest zeigt eine Momentaufnahme. Wir messen Ihre KI-Sichtbarkeit systematisch: 25 bis 30 realistische Mandanten-Prompts über mehrere KI-Systeme, inklusive Wettbewerbsvergleich – und leiten daraus die Maßnahmen mit dem größten Hebel ab. So wissen Sie schwarz auf weiß, wo Ihre Kanzlei steht.
Häufige Fragen zur KI-Sichtbarkeit von Kanzleien
Wie oft sollte ich den Selbsttest wiederholen?
Mindestens einmal pro Quartal. KI-Systeme werden laufend aktualisiert – Ihre Sichtbarkeit kann sich innerhalb weniger Monate deutlich verändern, in beide Richtungen.
Reicht klassisches SEO nicht mehr aus?
SEO bleibt das Fundament, denn KI-Systeme greifen auf gut auffindbare Webinhalte zurück. GEO baut darauf auf und ergänzt gezielt, was KI-Systeme zusätzlich brauchen: eindeutige Struktur, zitierfähige Inhalte und glaubwürdige Erwähnungen auf Drittquellen.
Kann ich beeinflussen, was ChatGPT über meine Kanzlei sagt?
Direkt eintragen können Sie sich nirgends – indirekt beeinflussen aber sehr wohl. KI-Antworten speisen sich aus Ihrer Website, Ihrem Google-Unternehmensprofil und Erwähnungen auf Drittquellen. Wer diese Quellen konsequent optimiert, verändert damit über die Zeit auch die KI-Antworten.
Was ist eine GEO-Baseline?
Eine GEO-Baseline ist eine systematische Ausgangsmessung Ihrer KI-Sichtbarkeit: 25 bis 30 realistische Mandanten-Prompts werden in mehreren KI-Systemen abgefragt und dokumentiert – inklusive Wettbewerbsvergleich. Sie zeigt schwarz auf weiß, wo Sie stehen, und macht den Erfolg aller späteren Maßnahmen messbar.
Fazit: Zehn Minuten, die über Ihre Mandanten von morgen entscheiden
Die Frage ist nicht, ob Ihre künftigen Mandanten KI-Assistenten nutzen – sie tun es bereits. Die Frage ist, ob Ihre Kanzlei in diesen Antworten vorkommt. Der Selbsttest kostet Sie zehn Minuten und liefert eine Erkenntnis, die viele Kanzleien noch Jahre vor sich herschieben werden. Genau darin liegt Ihre Chance: Wer jetzt handelt, besetzt die Empfehlungsplätze, um die sich der Wettbewerb erst morgen bemüht.
Vom Teelicht zum Leuchtturm – das gilt künftig nicht mehr nur für Google, sondern auch für ChatGPT, Gemini und Perplexity.
Heiner Etzler ist Gründer von WebOptimizer und seit über 20 Jahren Experte für strategische Sichtbarkeit im Internet, Webdesign, SEO und GEO (Generative Engine Optimization).
Er studierte Mathematik und theoretische Physik und verbindet analytisches Denken mit unternehmerischer Klarheit sowie einem tiefen Verständnis dafür, wie Unternehmen online sichtbar, relevant und erfolgreich werden.
Seine berufliche Laufbahn führte ihn unter anderem zu internationalen Unternehmen wie Yahoo! und Google, wo er wertvolle Einblicke in die Mechanismen digitaler Sichtbarkeit gewinnen konnte. 2011 wurde er SEO World Champion und stellte seine außergewöhnliche Expertise eindrucksvoll unter Beweis.
Seit der Gründung von WebOptimizer unterstützt er Unternehmen (KMU), Experten, Kanzleien und Praxen dabei, aus digitaler Unsichtbarkeit echte Marktpräsenz zu machen. Sein Ansatz ist klar: Eine Webseite hat die Aufgabe, Vertrauen aufzubauen, Kompetenz sichtbar zu machen und konsequent neue Kunden zu gewinnen.
Mit präzisem Webdesign, nachhaltigem SEO, moderner GEO-Strategie und klarer Positionierung macht er Unternehmen zum Leuchtturm ihrer Branche – sichtbar für Menschen und relevant für Suchmaschinen und KI-Systeme wie ChatGPT.